Klasse 2008-1
Unsere Klassenfahrt nach Fehmarn
Klassenfahrt der Stammgruppe 2008/1 vom 31.08.09 bis zum 4.09.09 nach Fehmarn
Da Klassenfahrten mit dem gesamten Jahrgang bei uns an der WBG Tradition haben, gingen wir Tutorinnen am Anfang davon aus, dass auch in diesem Jahr eine gemeinsame Jahrgangsfahrt stattfindet. Mitte des Schuljahres 2008/9 wurden wir jedoch vor vollendete Tatsachen gestellt, dass dem nicht so ist, und so mussten wir uns auf die Schnelle ein eigenes Ziel suchen. Die Stammgruppe 2008/5 mit Frau Kage-Heiser und Herrn Zientek schloss sich uns an. Um den Zielort Fehmarn hatte sich Herr Zientek freundlicherweise gekümmert. Die Programmpunkte wurden von beiden Klassen durchgeführt, allerdings immer zeitversetzt. Nach dem Abendbrot spielten die Klassen mit-oder gegeneinander, meistens Fußball auf dem Außengelände der Jugendherberge.
Verbindliche Programmpunkte:
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Besuch im Wasservogelreservat Wallnau mit zwei Führungen
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Besuch des Meereszentrums Fehmarn
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Eine Kutterfahrt
Montag, den 31.08.09
Abfahrt etwa 8.00 Uhr, Emsstraße. Ankunft zum Mittagessen um 12.30 Uhr. Es gab leckere Nudeln mit Tomatensoße und einen frischen Salat. Danach: Hausordnung besprechen, Zimmer beziehen (Einteilung war in der Schule bereits festgelegt), Koffer auspacken,....diverse Dinge besprechen.
Obwohl von der Fahrt und dem frühen Aufstehen etwas erschöpft, die Sonne zwar nicht schien, es aber warm war, entschlossen wir uns , die 2 km zum Strand zu laufen. Bewegung tat jetzt gut. Wir hatten am Strand nur eine Stunde Zeit, trotzdem war es richtig: guter Wellengang, eine Rutsche weiter draußen im Meer, Steine sammeln, warmer Sand. Alle waren glücklich.
Um 16.30Uhr mussten wir pünktlich bei Conny in Burg sein, wo wir uns bis Donnerstag Abend Fahrräder ausliehen. Nach dem Abendbrot trafen wir uns alle auf dem Sportgelände der Jugendherberge. Die Kinder spielten Fußball u.a., bis sie nichts mehr sehen konnten.
Eine lange Busfahrt, etwa 6 km Fußmarsch, eine Stunde Toben am Strand und im Wasser, nach dem Abendbrot zwei Stunden aktiv auf dem Sportgelände, all das reichte nicht, um die Kinder zum Schlafen zu bringen. Um 10.00 Uhr war zwar Bettruhe, geschlafen wurde erst am frühen Morgen, einige schliefen überhaupt nicht.
Dienstag, den 1.09.09
Hysterische Stimmung unter den Mädchen....Geschrei und Gezeter....Tränen... Im Mädchenzimmer seien die Sachen durchwühlt worden....
Hasserfüllte Blicke straften uns Tutorinnen, weil wir uns nicht antreiben ließen. Auf den Einwand, dass doch die Zimmer abgeschlossen waren und niemand rein konnte, behaupteten die Mädchen, es müsse jemand mit Generalschlüssel !!! gewesen sein.
Unsere Aufgabe bestand nun darin, Ruhe in den Laden zu bringen. Deshalb bekamen die Mädchen den Auftrag, eine Liste mit den gestohlenen Sachen zu erstellen. Aber darum ginge es ja gar nicht, so die Mädchen, es seien ja nur die Klamotten durchwühlt worden. Trotzdem: Die Listen mussten erstellt werden und dazu mussten die Zimmer aufgeräumt werden.
Das Ergebnis: Es fehlten ein Nachtschuh, ein Stück abgebrochene Schokolade und ein Pillendöschen.
Durch dieses atemberaubende Ergebnis legte sich allmählich die Stimmung und es schien Ruhe einzukehren. Die Mädchen entschlossen sich, dem Fußballspiel zwischen unseren Jungen, die der Tumult überhaupt nicht interessierte, und der 6.5 beizuwohnen. Man machte sich wieder chic und stellte sich ans Fußballfeld. Aber die gewohnte Fußballstimmung wollte nicht aufkommen. Unsere Klasse verlor das Match durch Elfmeterschießen und als Krönung ging auch noch unser Klassenball kaputt.
Was war eigentlich geschehen?
Die Nacht vorher war für alle sehr kurz. Das Nervenkostüm lag blank. Am Morgen gab es um 8.00 Uhr Frühstück, die Handys wurden verteilt, die Zimmer mussten aufgeräumt werden. Um 9.15 Uhr fuhren wir mit dem Bus ins Vogelreservat Wallnau, wo wir um 10.00 Uhr zu einer Führung durch das Vogelschutzgebiet angemeldet waren. Der schloss sich nach einer halbstündigen Pause eine wunderschöne Strandführung bei bestem Sommerwetter an. Um 15.45 Uhr fuhren wir zurück zur Jugendherberge. Dort angekommen, packten wir im Eiltempo unsere Badesachen, einige Mädchen zogen sich auf die Schnelle noch um, und fuhren mit den Rädern zum Südstrand. Die Temperaturen lagen bei fast 30° und alle wollten noch einmal ins Wasser. Was wir auch taten: Die Abkühlung tat uns gut, wir genossen die Strandatmosphäre. Gegen 18.00 Uhr hieß es dann Aufbruch, da wir pünktlich zum Abendessen sein mussten.
Und jetzt kommen wir zum Ausgangspunkt zurück: Irgendeinem Mädchen fiel offenbar beim Eintritt in Ihr Zimmer die Unordnung auf und meinte, ihre Sachen seien durchwühlt worden. Durch die Anstrengung des Tages und den fehlenden Schlaf vollkommen entnervt, bliesen alle Mädchen ohne Ausnahme in dasselbe Horn und gerieten in Panik. Sofort waren auch die Mädchen der Nachbarklasse ( 6.5 )alarmiert, und die Stimmung eskalierte. Viele riefen ihre Eltern an (Handy!) und behaupteten, jemand mit Generalschlüssel sei in ihre Zimmer eingedrungen.
Der Jugendherbergsvater bekam mehrere Anrufe aus Braunschweig. Dieser bat uns Lehrer der 6.1 und der 6.5 , der Gerüchteküche ein Ende zu setzen. Wir sahen uns gezwungen, mit den Mädchen noch einmal deutlich zu reden aber auch die Handys endgültig einzusammeln.
Die Handys wurden von diesem Tag an nur noch für eine Stunde nach dem Abendbrot ausgehändigt.
Mittwoch, den 2.09.09
Die Nacht von Dienstag auf Mittwoch war wieder kurz und heftig. Bis 9.50 Uhr durften Jungen und Mädchen am Dienstag Abend auf ihren Zimmern zusammen spielen: Flaschendrehen. Die Mädchen hatten sich dafür geschminkt und chic gemacht, die Jungen trugen neue Frisuren mit Gel. Hinter verschlossenen Türen wurde die Aktion durchgeführt. Als Schluss war, wirkten alle zufrieden und ausgeglichen.
In den Jungenzimmern wurde noch heftig bis zum Morgengrauen diskutiert.....Nach dem Frühstück starteten wir mit den Rädern zum Meereszentrum. Für die Aquariumsklasse ein „Muss“, und es hatte sich auch gelohnt: 4 Millionen Liter Wasser; 5000 m Fläche, tausende Meerestiere der ganzen Welt! Die Fahrradtour hin und zurück verlief sehr diszipliniert. Wir fuhren zwar um die Stadt herum, mussten aber doch einige verkehrsreiche Straßen passieren. Ein Lob dafür einigen Jungen, die auf die Verkehrsregeln achteten und ihre Mitschüler einwiesen. An dieser Stelle auch ein Lob an die Köchinnen in der Jugendherberge: Königsberger Klopse, frischer Salat und Nachtisch und immer eine vegetarische Variante dazu. Um 13.00 Uhr, nach ein bisschen Mittagsruhe fuhren wir wieder mit den Rädern zum Strand. Wir wählten dieses Mal eine andere Route. Am Jachthafen vorbei und an einem Binnensee entlang. Es hatte sich in der Nacht extrem abgekühlt und wir hatten starken Gegenwind. Am Strand wurde es molliger. Die Sonne kam hin und wieder durch und der Sand war vom Vortag noch warm. Wir spielten Volleyball, Fußball mit einem Softball, bauten Burgen und machten es uns richtig gemütlich. Ein schöner Tag. Gegen 17.30Uhr machten wir mit den Rädern auf den Weg nach Hause.
Das Fußballspiel gewannen wir heute mit 5:0. Es ging bis 9.45 Uhr. Um 2.00 Uhr morgens schliefen die letzten.
Donnerstag, den 3.09.09
Heute war der coolste Tag: eine Kutterfahrt bei Regen und Windstärke 6. Der Wellengang so stark, dass die Fischernetze leider nicht ausgeworfen werden konnten. Unsere Attraktion war allerdings der Seegang, besser ging es gar nicht, die Kinder in Stimmung zu versetzen. Leider hat ihn ein Schüler nicht vertragen....
Wir sind alle lebend von Bord gekommen und mussten, da pitschnass, so schnell wie möglich in die Jugendherberge zurück, um uns wieder auf zu wärmen. Die ursprünglich geplante Fahrradtour zum Katharinenhof fiel sowieso ins Wasser, da es in Strömen regnete und dazu ein kalter Wind blies. Die Erkältungsgefahr wäre zu groß gewesen.
Die Lagebesprechung um 13.00Uhr in der Jugendherberge ergab:
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Für den Katharinenhof trotz Regen: 2 Stimmen
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Für Gesellschaftsspiele im Gruppenraum: 15 Stimmen
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Für einen Stadtgang in Kleingruppen: 10 Stimmen
Wir entschieden uns für 2 und 3. Der Nachmittag verlief sehr harmonisch. Offenbar tat die Ruhe und ein wenig Geselligkeit gut. Auch das Wetter wurde wieder freundlicher. Die Sonne und schwarze Wolken wechselten im Affentempo , aber es stürmte noch. Die Jungen wollten unbedingt nach dem Grillen wieder Fußball spielen. Was sie dann auch taten. Alle tummelten sich ausgelassen auf dem Fußballplatz herum, Marcel unterhielt uns als Moderator mit italienischem Akzent, auch Michael Jackson- Parodien trugen zu unserer Erheiterung bei. Ganz lieb verarzteten die Mädchen Przemek, der sich verletzt hatte, als er den Fußball unter einem Stacheldrahtzaun hervor holte. Die letzte Nacht war die ruhigste.
Freitag, den 4.09.09
Vor dem Aufräumen der Zimmer die Handys zurück zu geben, war ein Riesenfehler....
Der Bus kam pünktlich. Vor der Abfahrt konnten wir noch ordentlich Mittag essen. Nach zwei Stunden Fahrt machten wir eine halbstündige Pause in einer Autobahnraststätte. Unangenehm aufgefallen sind uns die Berge von Chiptüten und Süßigkeiten, die die Kinder mit in den Bus schleppten. Eigentlich sollten sie nur auf die Toilette gehen. Je näher wir Braunschweig kamen, umso überschwänglicher wurde die Stimmung . Sprechchöre und lauter Gesang übertönten alles, als wir in die Emsstraße einbogen. Ein schöner Abschluss.
Resümee: Wir Lehrerinnen fanden die Fahrt gelungen. Es gab wenige, die leider sich und auch anderen das Leben erschwerten. Trotzdem war die Atmosphäre im Großen und Ganzen ausgelassen, fröhlich und entspannt. Besonders angenehm ist uns auch auf Fehmarn wieder aufgefallen, dass sich unsere Schülerinnen und Schüler in ihrer Freizeit gut selbst organisieren können.
Der Besuch im Vogelreservat kam bei den Schülerinnen und Schülern nicht so gut an. Er dauerte ihrer Meinung nach einfach zu lange. Nicht so gut fanden einige auch, dass bereits um 10.00 Uhr Bettruhe sein sollte. Die meisten nannten die Kutterfahrt als besonderes Erlebnis („ der vordere Teil des Schiffes ist praktisch geflogen“), das Meereszentrum wurde auch von vielen genannt. Gut war es, dass wir die Fahrräder hatten, auch der Strand stand in der Gunst oben. Einige Schülerinnen und Schüler waren froh über den freien Donnerstag Nachmittag , andere erfreuten sich der Fußballspiele. Vier Schülerinnen bzw. Schüler fanden nicht, dass die Fahrt zur Klassengemeinschaft beigetragen hat. Offenbar wurden nachts an ihnen Streiche gespielt. Als nervig wurde aber auch der Dauerstreit zweier Mitschülerinnen genannt. Alle anderen aber fanden, dass die Fahrt die Klassengemeinschaft gefördert habe( „..., weil alle immer zusammen gehalten haben und eine Lösung gefunden haben.“).

