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Das Projekt "Bäume für Ouallam"

BegeisterungDas „Ouallam-Projekt“ ist das älteste, bekannteste und erfolgreichste Projekt der IGS Wilhelm-Bracke. Die Schulpartnerschaft mit der Mittelschule CEG I in Ouallam, einem Ort in der Republik Niger, begann vor 28 Jahren (1979) und besteht bis heute fort. Der Ort Ouallam liegt ca. 100 km nördlich der Hauptstadt Niamey und dort wohnen etwa 5.000 Menschen.

Unser Projekt wurde von dem Kollegen Heinz Friedrich begründet. Bis zu seiner Pensionierung 1993 hat er sich mit seinen Schülerinnen und Schülern intensiv in dieser Sache engagiert und das Projekt an unserer Schule und in der Stadt Braunschweig zu einer Institution werden lassen. Dies schlägt sich in einem ungebrochenen Spendenaufkommen nieder, das immer wieder mehrere Tausend Euro pro Jahr erreicht. Diese werden ungekürzt für das Vorhaben eingesetzt.

Zunächst ging es darum, das Schulgelände im Dürregebiet des Sahel mit Bäumen zu bepflanzen und damit das Nützliche mit dem Beispielhaften zu verbinden: Nützlich, weil Bäume Schatten spenden, Wasser im Boden zurückhalten und das Klima verbessern.

Schulhof im GrünenBeispielhaft, weil den Schülerinnen und Schülern des CEG I, aber auch allen Erwachsenen im Ort und in der Region deutlich wurde, dass es doch möglich ist, etwas gegen die Ausbreitung der Wüste zu unternehmen. Bis 1992 waren ca. 5.000 Bäume auf dem Schulgelände herangewachsen, das nun die grüne Insel im Ort darstellt.

Das Projekt wurde von der deutschen Botschaft im Niger und der deutschen Entwicklungshilfeorganisation GTZ (Gesellschaft für technische Zusammenarbeit) positiv bewertet und unterstützt. Auf Anregung des damaligen deutschen Botschafters und auf Wunsch des CEG wurden ab 1992 Überlegungen angestellt, wie die Schule mit Solarenergie versorgt werden könnte. Wir konnten damals die Unterstützung des Solarenergie-SolarinstallationExperten Dr. Hempel gewinnen. Durch seinen Einsatz konnten die Spendengelder genutzt werden, um mehrere Räume des Schulgebäudes mit Ventilatoren und Lampen auszustatten, den Schulhof mit Licht und das Lehrerzimmer mit Ventilatoren, Licht, TV und Kühlschrank zu versorgen. So kann zu jeder Tageszeit gearbeitet werden, eine ausgesprochene Seltenheit unter den Bedingungen in Niger. Besonders den Abschlussklassen kommt dies zu Gute.  Dr. Hempel ist nach seinem Ausscheiden aus dem Dienst der GTZ immer noch unsere Verbindung zur Schule in Ouallam, da er nach wie vor seinen Wohnsitz in Niamey hat. Obwohl im Ruhestand, besucht er regelmäßig unser Projekt und überprüft den Stand der Technik.

Seit 2005 hat die Schule nun auch eine gymnasiale Oberstufe und wir hoffen, dass sich die Ideen vom Kampf gegen die Ausbreitung der Wüste und vom Nutzen der Solar-Energie auch dadurch weiter verbreiten, dass potentielle Studenten sie mitnehmen. Denn eines der größten Probleme aller Projekte in Afrika ist die mangelnde Nachhaltigkeit. Es wechseln die beteiligten Personen und Fortschritte werden schnell vergessen. Deshalb ist es wichtig, die Ideen zu verankern und immer wieder daran zu erinnern, damit neue Traditionen entstehen.

Derzeit besteht der Schwerpunkt der Arbeit in unserem Projekt darin, die Errungenschaften der letzten Jahre zu bewahren, also auch Reparaturen und Ersatzbeschaffungen zu finanzieren. Denn auch die Wasserleitungen und Rückhaltebecken unterliegen einem besonderen Verschleiß.

Das Besondere an dem Projekt ist, dass es auf große Distanz in einem Land stattfindet, dessen Bedingungen – nicht nur klimatisch – sehr extrem sind. Niger ist nämlich eines der ärmsten Länder der Welt. Die Kindersterblichkeit beträgt 40 Prozent im Alter von 0 – 4 Jahren, die Analphabetenquote 60 – 80 Prozent (je nach Geschlecht), die landwirtschaftlich nutzbare Fläche lediglich 10 Prozent. Alltagsmaterialien wie ein Wasserhahn, eine Harke und eine Schubkarre, Papier und Stifte – bei uns unbeachtete Kleinigkeiten – sind dort selten, sehr begehrt und müssen ggf. von weit herangeschafft werden. Sie sind im Verhältnis zum Einkommen der Bevölkerung teure Anschaffungen.

Im Sommer 2006 fand ein Workcamp in Ouallam statt, bei dem Jugendliche aus Europa zusammen mit Jugendlichen aus Ouallam das Schulgebäude und die Anlagen reparierten. Juliane Dickel, Abiturientin unserer Schule, war dabei und konnte anschließend von ihren interessanten Erlebnissen berichten.

Im September 2007 besuchte uns der Schulleiter des Gymnasiums von Ouallam, Herr Adamou Karimou, in Braunschweig. Im persönlichen Gespräch konnten die nächsten Projektschritte direkt geplant werden. Der Sponsorenlauf für Ouallam am 26. September 2007 durch die Weststadt erbrachte mehrere Tausend Euro für die nächsten Projekte.

Wer im Entwicklungshilfeprojekt „Bäume für Ouallam“ mitmachen möchte, wende sich bitte an Herrn Dieter Geißler (über das Sekretariat).

 

über den Niger und über Entwicklungshilfe, mehr ...

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