Der Faden der Ariadne
In der griechischen Mythologie gibt es die Geschichte vom Ariadnefaden. In verkürzter Form spielte sich Folgendes ab:
Der mächtige König Minos von Kreta besaß einen herrlichen Stier, den er dem Gott Poseidon hätte opfern sollen, aber für sich behielt. Zur Strafe dafür entfachte der Gott in Pasiphae, der Gattin des Minos, eine gewaltige Leidenschaft zu dem schönen Tier. Sie ließ sich vom kunstfertigen Daedalus ein mit Häuten bespanntes Gestell auf Rädern anfertigen, das einer Kuh glich. Pasiphae stieg hinein, und die künstliche Kuh wurde auf die Weide geschoben, wo sie der Stier bestieg. So konnte die Frau ihre Begierde befriedigen, und sie gebar den Minotaurus, ein Wesen mit dem Kopf eines Stieres und dem Leib eines Menschen. Minos sperrte das Ungeheuer in ein Labyrinth mit vielen Irrgängen, das ebenfalls von Daedalus gebaut wurde.
Die Athener mussten jährlich sieben Knaben und sieben Mädchen als Tribut an König Minos nach Kreta schicken, der die Kinder dem Ungeheuer Minotaurus zum Fraß vorwarf. Als wieder eine solche Abgabe fällig war, bot sich Theseus an, auf dem zum Zeichen der Trauer mit schwarzen Segeln versehenen Schiff mitzufahren, um das Untier zu erlegen. Als er in Kreta angekommen war, erhielt die Königstochter Ariadne, die sich in den Fremden verliebt hatte, von Daedalus einen Hinweis, wie Theseus das Problem, nämlich aus dem Labyrinth wieder herauszukommen, bewältigen könne. Gegen das Versprechen, sie mit nach Hause zu nehmen, gab Ariadne dem Helden einen Wollknäuel, so dass er mit dem langen Faden wieder den Ausgang fand, nachdem er den Minotaurus mit seinen Fäusten erschlagen hatte.
Die Abbildung auf der Titelseite zeigt Ariadne und ihre Schwester Phaidra, die vor dem Labyrinth sitzen. Im inneren Rundraum des kunstvollen Bauwerks lässt Theseus das Schwert(!) auf den Minotaurus niedersausen. Bei dieser Abbildung handelt es sich um einen Ausschnitt aus dem bemalten Deckel einer Hochzeitstruhe. Diese um 1510 entstandene Darstellung mit Szenen aus dem Theseusmythos befindet sich im Musée du Petit Palais in Avignon.
Ein solcher Ariadnefaden soll die vorliegende Datei sein, die immer wieder dann mit Hinweisen hilfreich sein will, wenn man im Labyrinth des Schulalltags vorübergehend ohne Orientierung ist. Für die „alten Hasen“ mag das alles bekannt sein, doch gibt es einige Neue, die vermutlich die eine oder andere Frage haben. Selbstverständlich stehe ich gern mit Rat, Tat, Material und Engagement zur Verfügung, aber da ich nicht immer greifbar bin, sollen die Hinweise zu
- Lerninhalten und LEB
- Materialien und Medien und
- zur Fortbildung
hilfreich sein.
Verschwiegen werden soll der Vollständigkeit halber aber nicht der weitere Verlauf:
Als Theseus sich auf den Heimweg machte, entführte er Ariadne, ließ sie aber unterwegs auf der Insel Naxos einsam zurück. Sie war untröstlich und rief verzweifelt die Götter um Hilfe an, bis Dionysos kam und sie zu einer Gemahlin machte. Der Grund für das Verhalten des Theseus gegenüber Ariadne ist unklar. Einige meinen, er habe sie nicht geliebt; andere sagen, Stürme hätten sein Schiff plötzlich von der Insel weggetrieben. Jedenfalls segelte Theseus nach Athen, vergaß aber, die schwarzen Segel seines Schiffes rechtzeitig gegen weiße einzutauschen, wie er es mit seinem Vater für den Fall des glücklichen Gelingens der Fahrt abgemacht hatte. So stürzte sich Aigeus, der sehnsüchtig von einer Höhe aus nach dem zurückkehrenden Schiff Ausschau hielt, aus Verzweiflung über den vermeintlichen Verlust des geliebten Sohnes ins Meer, das nach ihm das Ägäische heißt.
Volker Tlusty
1. Lerninhalte und LEB
1.1 Der Pflichtbereich
Die Lerninhalte für das Fach Kunst in der Sekundarstufe I orientieren sich an den Rahmenrichtlinien aus dem Jahr 1990, sie sind aber in den letzten Jahren durch schulintern entwickelte Themen ergänzt und aktualisiert worden. Grundsätzlich besteht nach wie vor die Möglichkeit, neue Inhalte zu erproben.
Die Lernentwicklungsberichte für die Jahrgänge 5 bis 10 und für den Wahlpflichtbereich von 7 bis 10 werden im neuen Schuljahr wie auf den folgenden Seiten angegeben aussehen.
Falls Änderungen für den LEB erwünscht werden, müssen diese rechtzeitig angemeldet werden!
Für die Jahrgänge 5 bis 9 existiert jeweils ein Arbeitsheft, das aus Kostengründen aber nicht für alle Schüler gedruckt werden kann. Hier muss die jeweilige Lehrkraft entscheiden, ob einige (oder alle) Blätter in einem DIN A4-Ordner von den Schülern selbst angelegt und bearbeitet werden sollen. Der Vorteil bei diesen Ordnern besteht nicht zuletzt darin, dass Schüler, die eine Arbeit früher als die anderen beendet haben, einzelne Aufgaben in ihrem Ordner erledigen können.
5. Jahrgang
Für den 5. Jahrgang liegt ein zehnseitiges Planungspapier aus dem Jahre 2001 vor. Daneben gibt es noch das umfangreiche Hauscurriculum aus früheren Jahren, das vor allem für die Unterrichtseinheiten „Selbstvorstellungsbilder“ und „Farbe“ herangezogen werden kann.
Für das Thema „Im Winter“ (3.3) existiert ein im Jahr 2001 entwickeltes Lehrerheft „12 x Pieter Bruegel: Heimkehr der Jäger“, das auf dem Zeitschriftenständer in K 10 liegt. Dieses Papier liefert unterschiedlichste methodische Vorschläge für den Umgang mit Bildern – vor allem in den unteren Jahrgangsstufen.
Für diesen Jahrgang existiert ein vierzehn Seiten umfassendes Arbeitsheft zum Thema „Farbe“ (siehe dazu die Bemerkung oben).
6. Jahrgang
Für den 6. Jahrgang liegt ein neunseitiges Planungspapier aus dem Jahre 2001 vor. Daneben gibt es noch das umfangreiche Hauscurriculum aus früheren Jahren, das vor allem für die Unterrichtseinheiten „Grafik“ herangezogen werden kann.Für diesen Jahrgang existiert ein fünfzehn Seiten umfassendes Arbeitsheft zum Thema „Grafik“. In begrenztem Umfang liegen die Seiten dieses Heftes als Schülerexemplar vor.
Anregungen für Werkbetrachtungen sind dem Heft „12 x Pieter Bruegel: Heimkehr der Jäger“ (siehe oben) zu entnehmen.
7. Jahrgang
Für den 7. Jahrgang liegt ein fünfseitiges Planungspapier aus dem Jahre 2001 vor. Daneben gibt es noch das umfangreiche Hauscurriculum aus früheren Jahren, das vor allem für die Unterrichtseinheit „Schulbuch“ herangezogen werden kann.
Für diesen Jahrgang existiert ein umfangreiches Arbeitsheft zum Thema „Schrift“, das erfolgreich gerade bei „Wartezeiten“ eingesetzt wurde und das sich vor allem bei Schülerinnen großer Beliebtheit bei der häuslichen Arbeit erfreute.
Anregungen für Werkbetrachtungen sind dem Heft „12 x Pieter Bruegel: Heimkehr der Jäger“ zu entnehmen (siehe Seite 2)
8. Jahrgang
Der Unterricht im 8. Jahrgang findet nunmehr wieder epochalisiert statt. Für diesen Jahrgang liegt ein fünfseitiges Planungspapier aus dem Jahre 2001 vor. Daneben gibt es noch das umfangreiche Hauscurriculum aus früheren Jahren, das vor allem für die Unterrichtseinheit „Das Bild des Menschen“ herangezogen werden kann.
Auch für diesen Jahrgang existiert der Vorschlag für ein umfangreiches Arbeitsheft zum Thema „Das Bild des Menschen, das von den Schülern in Form eines Ordners angelegt werden kann. Die Unterrichtseinheit „Layout“ sollte sinnvoller Weise an eine Unterrichtseinheit aus einem anderen Fach angekoppelt werden.
Für die Stammgruppen, die das Schnupperpraktikum durchführen, bietet es sich an, die Dokumentation für diese gestalterische Aufgabe zu nutzen.
9. Jahrgang
Für den 9. Jahrgang liegt ein zehnseitiges Planungspapier aus dem Jahre 2001 vor. Daneben gibt es noch das umfangreiche Hauscurriculum aus früheren Jahren, das vor allem für die Unterrichtseinheit „Perspektive“ herangezogen werden kann.
Für diesen Jahrgang existiert ein umfangreiches Arbeitsheft zum Thema „Perspektive“, das erfolgreich gerade bei „Wartezeiten“ eingesetzt.
Bei der „UE Perspektive“ bietet es sich an, die Lernziele in einem Test zu überprüfen. Ein Vorschlag dazu liegt vor.
10. Jahrgang
Für den 10. Jahrgang liegt ein sechsseitiges Planungspapier aus dem Jahre 2001 vor. Die Änderung der Stundentafel macht eine neue Strukturierung und inhaltliche Erweiterung erforderlich. Dazu werden in der kommenden Zeit Vorschläge geliefert.
Falls sich Schüler und Schülerinnen im Fach Kunst einer mündlichen Überprüfung im 2. Schulhalbjahr unterziehen wollen, stehen den Kollegen und Kolleginnen für die Vorbereitung zwei Hefte mit jeweils zwanzig Beispielen zur Verfügung. Beide Hefte befinden sich im Zeitschriftenregal in K 10.
1.2 Der Wahlpflichtbereich
Für den Wahlpflichtbereich in den Jahrgängen 7 bis 10 liegen ausführliche Planungen vor. Doch bietet gerade dieser Bereich die Möglichkeit, zum Erproben anderer Inhalte. Deshalb erfolgt an dieser Stelle noch einmal der Hinweis:
Falls Änderungen für den LEB erwünscht werden, müssen diese rechtzeitig angemeldet werden!
WPK 7
Für die Unterrichtseinheit „Drucken“ bietet sich die Herstellung eines kleinen Buches (siehe Vorschlag im alten Hauscurriculum für dem 7. Jahrgang) oder die Herstellung eines Kalenders an. Dazu gibt es ausreichend Beispiele aus den vergangenen Jahren. Unterrichtsmaterial befindet sich im „Kunstregal“ in K10.
Auch für die UE „Türme“ gibt es eine Planung. Jüngst hat sich unsere Kollegin Sonja intensiv mit dem Thema beschäftigt und gute Erfahrungen bei der Umsetzung gemacht.
WPK 8
Für die Jugendlichen in dieser Altersstufe ist die Arbeit im Fotolabor überaus motivierend. Vorschläge für eine UE Fotografie enthält das alte Hauscurriculum für den 8. Jahrgang. Da es nicht jeder Lehrkraft gegeben ist, sich auf die Arbeit in der Dunkelkammer einzustellen, bieten sich andere Lerninhalte an. Vielleicht ist es in den kleineren WPK-Gruppen in Zukunft möglich, sich mit Bildbearbeitung am Rechner zu beschäftigen. Daneben werden die traditionellen Techniken nach wie vor ihre Berechtigung haben. Falls dazu Anregungen erwünscht werden, stehe ich als Fachobmann selbstverständlich zur Verfügung.
WPK 9
Der heiße Renner “Tontrennung” gehört traditionell zum Programm des Kurses im 9. Jahrgang. (Eine Mappe mit zahlreichen Beispielen befindet sich im Kunstregal in K 10.) Die Übertragung der Tontrennungen mit dem eigenen Konterfei als Linoldruck ist möglich, doch bietet sich hier neuerdings die Arbeit am Rechner an.
Ebenso gehört die Anfertigung von großformatigen Wandbildern im 2. Halbjahr zum festen Programm.
Eine ausführliche Planung dieses Wahlpflichtkurses befindet sich im alten Hauscurriculum für den 9. Jahrgang.
WPK 10
Eine ausführliche Planung des Wahlpflichtkurses befindet sich im alten Hauscurriculum für den 10. Jahrgang. Falls das Lernprogramm „Grundlagen der Verständigung“ zum Inhalt gemacht wird, ist darauf zu achten, dass anspruchsvolle praktische Arbeiten zu den einzelnen Aspekten angefertigt werden. Dazu hat der Fachobmann zahlreiche Ideen und Beispiele gesammelt.
Falls sich Schüler und Schülerinnen aus den Wahlpflichtkursen im Fach Kunst einer mündlichen Überprüfung im 2. Schulhalbjahr unterziehen wollen, stehen den Kollegen und Kolleginnen für die Vorbereitung zwei Hefte mit jeweils zwanzig Beispielen zur Verfügung. Beide Hefte befinden sich im Zeitschriftenregal in K 10.
1.3 Materialien / Medien
Anschauungsmaterial:
Anschauungsmaterial (auch Schülerarbeiten) zu einzelnen Unterrichtseinheiten befindet sich im Kunstregal in K 10. Hier lagern auch Federn, Federhalter und Tusche (z.B. für die UE Grafik).
Scheren / Klebstoff
Das leidigste Thema! Immer wieder verschwinden Scheren (2001 wurden zwanzig neue angeschafft). Beim Klebstoff verschwinden Verschlusskappen oder Tüllen werden abgeschnitten. Gering ist die Hoffnung, dass dies besser wird. Im Schrank „Scheren und Klebstoff“ in K 10!
Schulbücher / Klassensätze:
Für den Unterricht in der Sek.I bieten sich die drei Bände „Bildende Kunst“ aus dem Schroedel Verlag an. Band 1 bietet sich für die Jahrgänge 5 und 6, Band 2 für die Jahrgänge 7 und 8 und Band 3 für die Jahrgänge 9 und 10 an. Sie enthalten jeweils Kapitel zu Farbe, Grafik, Plastik, Architektur und Medien. Im Band 3 wird ausführlicher auf Perspektive und Kunstgeschichte eingegangen.
Ansichtsexemplare befinden sich in K 10, Klassensätze im Materialraum von K 14 im Schrank „BÜCHER“.
Ebenfalls aus dem Schroedel Verlag sind die Bände Plastik, Zeichnung, Malerei Fotografie, Zufallsverfahren und Druckgrafik, die in halber Klassenstärke in besagtem Schrank lagern.
Aus dem Klett Verlag ist das Arbeitsheft zum Thema „Perspektive“.
Reproduktionen
Großformatige Reproduktionen befinden sich im Hängeordner im kleinen Abstellraum links von K 12 (vom Flur aus zu erreichen).
Ein kleiner Karteikasten erleichtert die Übersicht. Sie sind nach den Themenbereichen „Menschenbild“, „Stillleben“ und „Landschaft“, „Surrealismus“ jeweils chronologisch geordnet.
Zur Betrachtung geeignete Plakate befinden sich ebenfalls im Hängeordner in diesem Raum.
Bildmappen
Umfangreiches Bildmaterial befindet sich in den Bildmappen aus dem Neckar Verlag, die im Kunstregal in K 10 gelagert werden. In aller Regel stehen von jeder Bildmappe etwa 20 Exemplare zur Verfügung. Leider hat hier in den letzten Jahren der „Schwund“ zu manch schmerzlicher Lücke geführt.
Dias
Die Dias (größtenteils von der Firma Stoedtner) im Diaschrank in K 10 haben sich im Lauf der Jahre so farbverändert, dass ihr Einsatz mitunter nur noch zu Heiterkeitserfolgen reicht. Von guter Qualität sind aber nach wie vor die Schwarz-Weiß-Dias (zum Thema Grafik). Werden Dias gewünscht, muss dies rechtzeitig angemeldet werden; der Fachobmann verfügt aber über eine private Diathek, aus der gern ausgeliehen wird.
Videokassetten
Zwar gibt es im Videoschrank in K 10 zahlreiche Videokassetten, doch eignet sich kaum eine für den Einsatz in der Sek. I.
Fotolabor
Dank intensiver Pflege befindet sich das Fotolabor in gutem Zustand. Zwölf Arbeitsplätze ermöglichen theoretisch das Arbeiten mit 24 Schülern. Allerdings muss die Lehrkraft dann akustisch gut belastbar sein. Es empfiehlt sich bei Randstunden (nach Absprache mit der Organisationsleitung), große Gruppen zu teilen.
Sammelmappen der Schüler und Schülerinnen
Die Sammelmappen für die einzelnen Stammgruppen oder WPK-Kurse lagern in den Materialräumen, die den Kunsträumen angegliedert sind. Die dafür vorgesehenen Regale sind auf den vorbereiteten Schildern von der jeweiligen Lehrkraft aktuell zu beschriften.
Allerdings gibt es in diesen Regalen viele „anonyme“ Fächer, die sich nur schwerlich einer Lehrkraft oder einer Gruppe zuordnen lassen. An alle Lehrkräfte ergeht die Bitte zu ergründen, wer die Verursacher sind ... und wenn dies nicht möglich ist und die Stapel offenkundig älteren Datums sind, zu einer behutsamen Entsorgung zu schreiten.
Lagermöglichkeiten
Das Lagern plastischer oder sonstiger großformatiger Arbeiten bereitet immer wieder Probleme. Im Raum, in dem die Reproduktionen lagern, befindet sich ein leeres Regal, ebenfalls ist Lagerung in einem Nebenraum des Fotolabors möglich. Reichen diese Möglichkeiten nicht aus, bitte an mich wenden.
Volker Tlusty