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Agnes-Miegel-Straße - Ja oder Nein?

aus Braunschweiger Zeitung, 2.3.2011

Schon zum zweiten Mal in Folge hat eine Klasse aus der Wilhelm-Bracke-Gesamtschule einen Preis beim in Deutschland und Österreich ausgeschriebenen Schülerwettbewerb zur politischen Bildung erhalten. Als Thema wählten die Schülerinnen und Schüler die Auseinandersetzung um die Agnes-Miegel-Straße.

Klasse 9.1Aussuchen durften die teilnehmenden Klassen und Gruppen unter sechs vorgeschlagenen Themen, darunter „Regenbogenland Südafrika – mehr als nur Fußball" und „Traumfabrik Castingshow" – Themen, mit denen sich viele der 3000 eingereichten Arbeiten beschäftigt haben dürften.

Die Gesamtschüler aus der Wilhelm-Bracke-IGS indes wählten zusammen mit ihrer Gesellschaftslehre-Lehrerin Ulla-Bläsig-Frenzel ein kommunalpolitisch heiß diskutiertes Thema, das zum Wettbewerbs-Thema „Straßennamen – nachgeforscht" passte.

Aufmerksam geworden waren die 31 Schüler der neunten Klasse auf das Thema Agnes-Miegel-Straße durch die Berichterstattung in der Braunschweiger Zeitung. Die immer noch aktuelle Diskussion dreht sich darum, ob die Straße in Stöckheim wegen der nationalsozialistischen Vergangenheit der Heimatdichterin, Journalistin und Schriftstellerin umbenannt werden sollte oder nicht.

Im Fach Gesellschaftslehre, in dem Themen aus dem Geschichts-, Erdkunde- und Politikunterricht übergreifend behandelt werden, fand die Klasse mehrere Ansätze, das Thema zu beleuchten. „Die akribische Arbeit über die Schulzeit hinaus und der Zeitdruck, mit der wir schließlich die Ergebnisse in einer Broschüre zusammengefasst haben, hat unsere Klasse zusammengeschweißt", sagte die 14-jährige Florentien Gödecke.

Broschüre über Agnes-Miegel„Wir haben zum Beispiel einen Fragebogen entwickelt, sind in Gruppen in die Stadt gezogen und haben dort Passanten zum Thema befragt", erklärte die gleichaltrige Elia Neumann. Dass man beim Zuhören oft Geduld braucht, dann aber auch vielseitige Antworten bekommt, erkannte Nicole Ernst (14).

Auch den Ratsherrn der Bibs-Fraktion, Peter Rosenbaum, der den Antrag zur Umbenennung im Rat eingebracht hatte, luden sich die Schüler zu einem Interview in die Schule ein. In der Broschüre, die sie als Wettbewerbsbeitrag an die Bundeszentrale für politische Bildung schickten, flossen auch persönliche Meinungen der Mädchen und Jungen ein.

Während die Klasse im Schuljahr zuvor von der Wettbewerbsjury noch mit einem Buchpreis für ihren Beitrag über die Situation von Kindern in China überrascht worden war, sprang diesmal sogar ein dritter Platz, verbunden mit einem Preisgeld von 1000 Euro, heraus. Das Geld wird in eine Klassenfahrt in die KZ-Gedenkstätte Bergen-Belsen und in eine für Herbst geplante Klassenfahrt nach Italien investiert.

Autor: Karsten Mentasti, freier Redakteur

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