Handyliebe
Braunschweiger Zeitung Samstag, 5. Mai 2007 Bilder
Die kleine Kiste für Herz und Schmerz
Gesamtschüler spielen Handyliebe
Von Henning Thobaben
Für die einen ist es ein nützliches und unverzichtbares Werkzeug der alltäglichen Kommunikation, für andere eine nervtötende Unterwerfung unter das Diktat der ständigen Erreichbarkeit: das Handy. „Handyliebe“ heißt das von Schülern der IGS Weststadt aufgeführte Stück, in dem sich alles um den modernen Quasselstick dreht.
Ein buntes Potpourri aus darstellendem Spiel und Musik haben die Zehntklässler auf die Beine gestellt. In Anlehnung an den gleichnamigen Roman der Braunschweiger Autorin Bianka Minte-König lassen es die Jugendlichen auch auf der Schulbühne ordentlich bimmeln.
Mysteriöser Verehrer
Besonders häufig bei Hanna, der Hauptfigur des Stücks. Die Gymnasiastin erhält jeden Tag mysteriöse SMS-Botschaften und anzügliche Anrufe von einem ihr unbekannten Verehrer. Zusammen mit ihren Freundinnen rätselt das Mädchen unaufhörlich über dessen Identität. Doch erst auf der Klassenfahrt ins Skilager gelingt es ihr, das große Geheimnis zu entschlüsseln.
Immer wieder wechseln sich Dialoge und kreative Musikinterpretationen, teils mit neuen Texten, ab. „Kein Schwein ruft mich an“, singt die Band für die enttäuschte Hanna, wenn der mobile Informationsstrom mal kurzzeitig abgerissen ist.
Musikalische Botschaften
Doch die Abstinenz währt nicht lange: „I‘d just called to say I love you“ oder einfach nur „Ti amo“ lässt der Verehrer Hanna dann wieder mit musikalischer Note wissen. Und frei nach den Fantastischen Vier haben ihre handyverrückten Freundinnen Grund zu fragen: „Ist es der da, der da am Eingang steht? Oder der da, der ihr den Kopf verdreht?“
Die Freude an der Darstellung der manchmal zickigen und auf Äußerliches Markenklamotten, Schmuck oder Handys bedachten pubertierenden Mädchen ist den Schülerinnen anzusehen. Und das Handy wird weiterklingeln: Am 02. Juli, 19.30 Uhr WBG.

